Techno-Marketing.biz: Pro Monat ein kostenloser Marketingtool-Download

Das Online-Magazin Techno-Marketing.biz richtet sich an Firmen und Freiberufler mit erklärungsbedürftigen Angeboten. interessierte finden dort neben Fachbeiträgen und Tipps Hinweise zu Anlaufstellen, Weiterbildungs- und Fördermöglichkeiten. So können sie sich Impulse für die Verwirklichung innovativer Ideen sowie die Vermarktung technologieorientierter Leistungen und Produkte holen. 

Zusätzlich bietet die Redaktion einmal pro Monat einen kostenlosen Download an. Im Januar handelt es sich um ein Raster für ein Marketingkonzept. Bildungsanbieter erfahren, welche Informationen in den einzelnen Konzeptabschnitten enthalten sind und können dies an ihre Situation anpassen. Das Marketingkonzept beschreibt die Ziele, die mit dem Marketing-Mix erreicht werden sollen, die allgemeine strategische Vorgehensweise und die Durchführung der Einzelmaßnahmen.

In vielen Marketing-Fachbüchern und auch in solchen Konzepten taucht das Zauberwort „Marketing-Mix“ auf. Darunter versteht man die Auswahl und den abgestimmten Einsatz der verschiedenen Marketing-Instrumente, um die Unternehmens- und Marketingziele im Rahmen eines festgesetzten Budgets zu erreichen. In Bezug auf das Trainermarketing kann der Marketing-Mix so dargestellt werden:

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Ein komplettes Marketingkonzept beinhaltet noch viel mehr als Ausführungen zu allen diesen Punkten. Es bildet das Grundgerüst für eine strategische Vorgehensweise. Dabei funktioniert auch ein punktgenau umgesetztes Konzept keineswegs wie eine mathematische Formel: Alle Marketingaktivitäten unterliegen zusätzlich zu ihrer eigenen Wirkungsweise unvorhersehbaren, äußeren Einflüssen. Beispiel: Sie planen eine große Presseaktion zu einem Thema aus Ihrem Kompetenzbereich. Leider kommt Ihnen ein anderer Trainer mit genau diesem Thema eine Woche zuvor. Sie müssen umdisponieren und sich ein anderes Thema überlegen. Das Konzept gibt zwar die Richtung und das Timing Ihrer Marketingaktivitäten vor, ist aber nicht bis ins letzte Detail geplant.

Inhalte der Download-PDF:

  • Einführung: Marketing mit Konzept
  • Ausgangssituation und Ziele, die durch das Marketing erreicht werden sollen
  • Beschreibung Ihres Bildungs- oder Trainingsunternehmens
  • Markt- und Wettbewerbssituation
  • Zielgruppendefinition
  • Positionierung und USP
  • Werbliche Botschaften und Sprachstil
  • Gestaltung des Unternehmensauftritts
  • Einzelmaßnahmen und deren erwünschte Wirkung
  • Zeit- und Maßnahmenplan
  • Budgetplanung

Für den Download bitte hier klicken. (Birgit Lutzer)

Bildquelle: fotolia.com, Sergey Nivens, 98722440

Teilnehmerunterlagen – ein Lern- und Marketinginstrument

Die Bedeutung von Seminarunterlagen wird oft unterschätzt. Größere Träger überlassen Ihren Dozenten frei deren Gestaltung – und Freiberufler wollen fix etwas aus Vorhandenem zusammenstellen. Das Resultat: Lieblos zusammengeschusterte Schwarz-Weiß-Kopien. Dabei ist es möglich, mit ansprechend gestaltetem Lehrmaterial vorhandene Teilnehmer zu „binden“ und neue Kunden zu finden.

Gedrucktes und digitalisiertes Material soll die im Seminar initiierten Lernprozesse anregen, stützen und steuern. Manche Skripte werden unterrichtsbegleitend eingesetzt, andere den Teilnehmenden für die Zeit nach Abschluss der Bildungsmaßnahme zum Wiederholen, Vertiefen und Anwenden der Inhalte im Alltag überreicht. Darüber hinaus können ansprechende Seminarskripte auch als Marketinginstrument dienen, indem sie auf Seiten der Veranstaltungsbesucher/innen einen positiven Eindruck von der Bildungsmaßnahme abrunden, als Erinnerungsstütze dienen und vielleicht sogar den Anstoß geben, ein Folgeseminar zu buchen oder den Bildungsanbieter anderen Interessenten zu empfehlen. Damit gleichzeitig beide Ziele – die Anregung zum eigenständigen Erschließen der Lehrinhalte und die Marketingfunktion – erreicht werden, müssen die Unterlagen einige leicht umsetzbare Voraussetzungen erfüllen.

Das, was den Teilnehmenden als erstes auffällt, ist der allgemeine Eindruck der gedruckten Unterlagen und der Präsentationsfolien. Hier gibt es große Unterschiede zwischen einzelnen Bildungsanbietern: Manche Institute arbeiten bei allen Veranstaltungen mit ihrem eigenen „Corporate Design“ – ein Erscheinungsbild, das sich aus Firmenlogo, bestimmten Farben und Gestaltungselementen auszeichnet, die in jeweils passender Form auf allen Medien wie z. B. Internetseite, Kursprogramm und Einzelflyern auftauchen. Auch Schreibblöcke, Kugelschreiber und ggf. Mappen sind in dieser Form gestaltet. Alle Lehrpersonen – auch die freiberuflichen – erstellen ihre Unterlagen anhand dieser Vorgaben.

Der Vorteil einer solchen Einheitlichkeit liegt darin, dass sich der Bildungsanbieter in wiedererkennbarer Form präsentiert und nach außen einheitlich wirkt. Eine Reihe an Institutionen – auch größere Träger – verzichten auf diese Vorgaben. Die Dozenten haben bei der Gestaltung freie Hand und treten unter ihrem eigenen Firmennamen auf. Die Folge davon ist, dass die Qualität des Materials stark voneinander abweichen kann – selbst wenn zwei Trainer/innen ein Seminar zum gleichen Thema durchführen. Darüber hinaus kommen an einem Folgeseminar interessierte Seminarteilnehmer auf diese Weise schneller auf die Idee, den Dozenten oder die Dozentin direkt zu engagieren. Ist der/die Freiberufler/in hier unsolidarisch, verliert die Bildungsinstitution auf diese Weise möglicherweise ihren Kunden.

Der erste Eindruck, den die Materialien bei den Veranstaltungsbesuchern hinterlassen, ist zunächst wichtig für die Entwicklung von Aufmerksamkeit und Interesse. Hier können ein paar Faustregeln helfen: Eine Schrift-Bildkombination ist leichter aufzunehmen als reiner Text – insbesondere für ungeübte Leser/innen. Für alle Arten von Visualisierungen gilt, dass auf Nebensächliches verzichtet, die Information auf das das Wesentliche reduziert, Wichtiges hervorgehoben und Zusammengehöriges in fünf bis maximal sieben optischen Gruppen pro Seite angeordnet wird. Farben und Formen sollten als Orientierungshilfe dienen und durchgängig in gleicher Weise verwendet werden. Absätze und Zwischenüberschriften helfen, lange Textpassagen besser „verdaulich“ zu machen.

Lässt der Inhalt der Unterlagen jedoch zu wünschen übrig, verfehlen sie trotz des schönen „Anstrichs“ ihren Zweck – nach einem ersten Durchblättern werden sie beiseitegelegt oder im weiteren Verlauf der Bildungsmaßnahme mit Zeichnungen verziert. Deshalb ist bei schriftlichem Material eine verständliche, schlüssige und durchgängig leicht rezipierbare Aufbereitung von Lehrinhalten von Bedeutung. Denn nur so kann sich flüchtiges Interesse in Lernmotivation umwandeln.

Wie Informationen aufbereitet werden müssen, damit sie für ihre Empfänger nachvollziehbar und emotional ansprechend sind, beschreibt das „Hamburger Verständlichkeitsmodell“, das von SCHULZ VON THUN und andere Wissenschaftler zurückgeht. Es wurde in den 80er Jahren entwickelt und ist immer noch aktuell:

Verständlich Schwer verständlich
Einfachheit (z. B. kurze Sätze, sparsamer und an den Rezipienten angepasster Gebrauch von Fremdwörtern/Fachbegriffen, konkrete, bildhafte Sprache) Kompliziertheit (z. B. komplexe, verschachtelte Sätze, Fachtermini, abstrakte Sprache, unpersönliche Passiv-Sätze)
Gliederung/Ordnung (z. B. logische Abfolge der Inhalte, strukturierende Elemente wie Zwischenüberschriften und Absätze) Unübersichtlichkeit/ Zusammenhanglosigkeit (z. B. Inhalte werden in beliebiger Folge hintereinander gereiht, unbekannte Informationen werden als bekannt voraus gesetzt, unübersichtliche Textgestaltung)
Kürze/Prägnanz (z. B. werden Informationen nach Relevanz hierarchisiert, die Botschaft wird so präzise wie möglich formuliert, Verzicht auf aussagefreie Wörter und Satzteile) Weitschweifigkeit (Text enthält viele für den Rezipienten unwichtige und überflüssige Informationen)
Zusätzliche Stimulanz (z. B. Beispiele, Geschichten, Metaphern, Visualisierungen …) Keine zusätzliche Stimulanz (Der Verfasser konzentriert sich auf sachlich-abstrakte Informationsübermittlung.)

Das „Hamburger Verständlichkeitsmodell“. Nach SCHULZ VON THUN, F. (1981): Miteinander reden 1: Störungen und Klärungen. Allgemeine Psychologie der Kommunikation. Hamburg

Je nach Thema werden in Schulungsunterlagen unterschiedliche Textsorten eingesetzt. Für die Lernmotivation sehr wichtig ist die Angabe von Lern- und Zwischenzielen. Auch kurze Tests zur Selbstkontrolle haben einen starken Aufforderungscharakter. Didaktische Zusatztexte wie Zusammenfassungen, strukturierende Hinweise und ein Glossar erleichtern die Rezeption der Lehrinhalte, denn sie dienen der Orientierung.

 

Aufgaben im „luftleeren Raum“, die inhaltlich keinerlei Relevanz für die Seminarabsolventen haben, erschweren die die Aufnahme, Verarbeitung und Anwendung der neuen Inhalte. Geht es in einem berufsbildenden Seminar beispielsweise um das Kennenlernen einer Software, sollten die Übungsaufgaben einen Bezug zum Arbeitsumfeld der Teilnehmer/innen aufweisen. Denn nach erziehungswissenschaftlichen Erkenntnissen ist Lernen ein Prozess, bei dem das Individuum ihm relevant erscheinende Informationen auswählt und diese mit vorhandenen Erfahrungen, Deutungsmustern und bildhaften Eindrücken verbindet.

 

Als angenehm erlebte Emotionen beeinflussen den Lernprozess in der Regel positiv. Skurrile Beispiele oder Namen von Prominenten wie Schauspieler/innen, Politiker/innen oder Musiker/innen können, wenn sie passend ausgewählt sind, Belustigung auslösen und trockenen Lernstoff auflockern. Auch Texte, die von Handlungen, Ereignissen, Erlebnissen und Geschichten berichten, haben einen direkten Einfluss auf Stimmung und Gefühle der Leser/innen. Der Einsatz erzählerischer Elemente in Lehr-/Lernkontexten geht auf die „narrative Pädagogik“ zurück. Das Erzählen, Hören und auch Lesen von Geschichten bildet eine wichtige Grundlage der Wissensübermittlung. Die Geschichte, der Witz oder das geschilderte Szenario sollen zur Nachahmung anregen, Denkspiele und Als-ob-Handeln initiieren.

Anleitende Texte zielen auf die Übermittlung prozeduralen Wissens. Bei diesen ist wichtig, dass sie logisch aufgebaut sind und dem vermuteten Gedankenfluss des Lesers bzw. der Leserin folgen. Hier können folgende Fragen weiterhelfen:

 

  • Was genau soll gelernt werden?
  • Welcher Zeiteinsatz ist ggf. erforderlich?
  • Was ist vor Beginn der eigentlichen Tätigkeit zu beachten?
  • Welche Risiken und Gefahren bestehen möglicherweise?
  • Wie funktioniert der Prozess oder das Gerät, mit dem eine Handlung durchgeführt werden soll?
  • Was ist der erste Schritt, was der zweite usw.?
  • Woran ist zu erkennen, ob ein Teil oder der gesamte Prozess richtig ausgeführt wurden?
  • Was ist das Endergebnis?

 

Ein weiterer Faktor ist die Frage, ob der Text ohne begleitende Ausführungen der Lehrperson einen (Arbeits-)Prozess verständlich und nachvollziehbar darstellen soll oder ob er nur als Zusammenfassung dient. Soll das Geschriebene allein verwendet werden, muss es ausführlicher formuliert werden als Erinnerungsstütze.

 

Ein Hinweis zum Thema „Präsentationsfolien“: Durch sie sollen die Worte des Trainers/der Trainerin ergänzt und verdeutlicht werden. Aus diesem Grund sollten sie eine Schriftgröße von mindestens 18 pt haben und maximal fünf Stichpunkte enthalten. Abbildungen wie kleine Zeichnungen, Fotos und andere Grafiken können zur Verständlichkeit beitragen. Ein Fehler, den leider viele Lehrpersonen machen, ist das wörtliche Wiederholen der Folientexte bzw. -Stichpunkte. Die Teilnehmer lesen und hören die gleiche Information zum gleichen Zeitpunkt und müssen diese Daten parallel auf zwei Kanälen verarbeiten. Dadurch kann eine Blockade auftreten – der Seminarinhalt rauscht an ihnen vorbei. Besser ist es, dem Publikum zunächst kurze Zeit zum Erfassen der Folie zu geben (dies ist bei maximal fünf Stichpunkten schnell geschehen), um dann in anderen Worten darauf Bezug zu nehmen und zusätzliche Hinweise zu geben, die sich nicht aus der Folie ableiten lassen. (Birgit Lutzer)

Tabuisiertes aus der Schäm-Ecke holen

 

 

 

 

 

 


Heute gibt es zahlreiche Möglichkeiten, sich geheime Wünsche zu erfüllen. Dennoch ist die Inanspruchnahme mancher Angebote tabubehaftet. Der Abnehmer schämt sich des dahinter stehenden Bedürfnisses. Was können PR-Fachleute tun?

Tabuisierte Erzeugnis oder Leistungen erfüllen bestimmte Kriterien. Entweder wirken sie gegen unangenehme Schwächen oder Zustände, die lieber verheimlicht werden (Potenzprobleme, Inkontinenz, Damen-Hygieneartikel …) – oder sie sind auf die Erfüllung menschlicher Bedürfnisse gerichtet, deren offene Befriedigung gesellschaftlich verpönt ist (z. B. erfüllte Sexualität). Für Kommunikationsfachleute, die für Imagebildung und Produkt-PR entsprechender Anbieter zuständig sind, besteht die Herausforderung darin, an der Relativierung bestehender gesellschaftlicher Tabus mitzuwirken und Berührungsängste mit ihrem Angebot abzubauen. Dies ist in vielen Fällen nur langfristig und mit viel Geduld möglich.

Das Individuum und die Gesellschaft berücksichtigen

Von zentraler Bedeutung bei tabuisierten Produkten, die hier im Vordergrund stehen sollen, ist die Kommunikationspolitik. Die gesamte Strategie muss an die Gefühlslage der Zielgruppe und gleichzeitig an die gesellschaftlichen Normen angepasst werden. Manche Produkte wie z. B. Mittel zur Potenzsteigerung erinnern an „peinliche“ Schwächen – andere erzeugen darüber hinaus sogar Angst: So erwecken Inkontinenzprodukte für Senioren auch bei jungen Menschen unangenehme Assoziationen an Alterung, Hilflosigkeit und eine geringe Lebensqualität. Eine weitere Angebotskategorie erinnert viele Menschen an eigene, ggf. verdrängte Triebe und Sehnsüchte, die sie sich nicht trauen, auszuleben.

Um die werbliche Informationsaufbereitung speziell an die besonderen Gegebenheiten anzupassen, sollte die Beantwortung der folgenden Fragen mit in das Kommunikationskonzept einfließen:

  • Welche Vorurteile bestehen allgemein gegen das Angebot?
  • Gibt es gesellschaftlichen Gruppierungen, die besonders starke Vorbehalte gegen das Produkt haben? Welche sind das und wie groß sind ihr Ansehen und ihr Einfluss?
  • Mit welchen Sanktionen muss die Zielgruppe ggf. rechnen, wenn sie das Produkt öffentlich oder deutlich erkennbar in Anspruch nimmt?
  • Sollen Ängste, Vorbehalte und/oder mögliche gesellschaftliche Konsequenzen direkt in der werblichen Kommunikation angesprochen werden oder ist es besser, sie stillschweigend zu übergehen und den Konsum bzw. die Inanspruchnahme des Angebots als „normal“ darzustellen?
  • Wie direkt soll die Inanspruchnahme des Angebots bildlich dargestellt werden?
  • Wie kann man beim Vertrieb des Produktes dem Bedürfnis der Anwender nach Diskretion nachkommen?
  • Was sind die zentralen werblichen Botschaften, die nach außen übermittelt werden sollen?

Je nachdem, ob sich der Anbieter auf tabuisierte Produkte spezialisiert hat oder ob er daneben noch eine Reihe „unverfänglicher“ Angebote in seinem Programm aufgenommen hat, wird die Kommunikationsstrategie angelegt. Diese kann verschiedene Elemente enthalten.

Ein sympathischer Kommunikator hilft

Da sich die Zielgruppe tabubehafteter Erzeugnisse in den meisten Fällen schämt, „so etwas nötig zu haben“, wählen manche einen sympathischen Kommunikator für die werbliche Inszenierung ihres Angebots. Das Ziel besteht darin, entweder ein Vorbild oder eine Identifikationsfigur aus der Zielgruppe zu präsentieren, um die Inanspruchnahme des Produktes als verbreitet und allgemein akzeptiert darzustellen. Die Botschaft lautet: „Dieser nette Mensch nimmt völlig selbstverständlich das gleiche Produkt wie Sie in Anspruch.“ Bei der Auswahl des Kommunikators (oder mehrerer davon) ist folgendes zu beachten: Er muss einerseits selbst zur Zielgruppe gehören bzw. Werte repräsentieren, die sowohl in der Zielgruppe als auch in der Öffentlichkeit anerkannt sind. Zum anderen darf er aber auf keinen Fall einem negativen Klischee entsprechen. Es geht hier um einen goldenen Mittelweg: Der Abstand zur Realität der Zielpersonen darf auf der anderen Seite nicht zu groß sein. In vielen Anzeigen für Mittel zur Gewichtsreduktion wird mit gertenschlanken und attraktiven jungen Frauen geworben. Ein möglicher Effekt kann dabei sein, dass bei der Zielperson ein Gefühl der Frustration entsteht („Das schaffe ich doch nie!“).

Aus der Nische in die Normalität

Wird das tabuisierte Produkt gemeinsam mit akzeptierten und/oder alltäglichen Artikeln beworben oder auch in Verkaufsräumen ausgestellt, erfolgt dadurch seine Anhebung auf die gleiche Ebene. Die Hemmschwelle, das Produkt zu ordern oder es zusammen mit anderen Waren in den Einkaufswagen zu legen, sinkt. Ein passendes Beispiel sind Kondome, die heute in jedem Supermarkt direkt vor der Kasse hängen – in unmittelbarer Nähe zu Zigaretten, Kaugummis und anderen Genussmitteln.

Auf das Thema „Erektionsstörungen“ reagieren viele Männer verständlicher Weise sehr empfindlich. Gerade in unserer auf Leistung in jeder Lebenslage ausgerichteten Gesellschaft ist es ein schwer wiegendes Problem, nicht mehr „seinen Mann stehen“ zu können. Ein Anbieter erektionsfördernder Mitteln setzte vor einiger Zeit auf Humor, um für seine Pillen zu werben. Denn Lachen wirkt befreiend, sorgt für gute Stimmung und senkt die Hemmschwelle für eine Kaufhandlung. Beispielhaft zu nennen ist der folgende Spot:

Sehr hoch ist inzwischen die Zahl scheinbar journalistischer Themen-Portale, die oft auch interaktiv aufgebaut sind. Ratsuchende mit einem bestimmten Problem finden dort Fachbeiträge, Online-Sprechstunden und Chat-Möglichkeiten mit Gleichgesinnten, um eine Lösung für ihr Anliegen zu finden. Und ganz nebenbei erfolgt dann das Product-Placement mit dem ursprünglich tabuisierten Angebot.

 Farbpsychologische Tricks

Stehen tabuisierte Produkte in Zusammenhang mit Körperflüssigkeiten, werden diese nie in ihrer eigentlichen Farbe gezeigt. Die Verwendung der Originalfarben von Blut und anderen menschlichen Ausscheidungen könnte etwa bei der Lektüre bebilderter Produktbeschreibungen oder Bedienungsanleitungen Ekelgefühle hervorrufen und abschreckend wirken. Aus diesem Grund stellen viele Hersteller die Saugfähigkeit von Binden für die Monatshygiene oder gegen Inkontinenz mit blauer Flüssigkeit dar. Blau ist eine kalte Farbe und wird mit Reinheit und Klarheit assoziiert. In Verbindung mit sachlichen Erläuterungstexten bekommen mit dem Produkt verbundene, unangenehme Körpervorgänge einen sehr neutralen Zug. Die Darstellung in Form von Grafiken weckt Assoziationen an eine Forschungsabteilung, die wissenschaftlich-fundiert eine Lösung gegen die bei der Periode oder Inkontinenz entstehende Nässe entwickelt.

Häufig wird die Abbildung (oder das Filmen) des Produkts auch durch das Präsentieren zufriedener Anwender/innen ersetzt. Sie tragen allesamt helle und/oder knappe Kleidung und befinden sich in Situationen, in denen das sichtbare Austreten von Flüssigkeit aus dem Körper hochgradig peinlich wäre (Sport, Schwimmbad, gesellschaftliche Anlässe …). Klar, das derartige Glücksmomente nur durch das beworbene Produkt Realität werden können – und sicher auch bei Stoßblutung oder extrem starken Harndrang. (Birgit Lutzer)

Einen Verlag fürs eigene Buch finden

reich-beruehmtEin Fachbuch unter Ihrem Namen  bringt Ihnen Publicity, Presseveröffentlichungen, eine positive Rückwirkung auf Ihr eigenes Marketing und vielleicht sogar neue Kunden. Außerdem dokumentieren Sie Ihren Expertenstatus, denn Sie haben nach Meinung der meisten Menschen gezeigt, dass Sie Ihr „Handwerk“ verstehen. 

Verlage denken jedoch in erster Linie daran, ihre Bücher zu verkaufen. Themen, die von den Lektoraten als „alte Hüte“ oder als reine Eigen-PR-Maßnahme des Autors angesehen werden, haben keine Chance auf kostenlose Veröffentlichung (es sei denn, Sie sind schon berühmt und Ihr Name auf dem Buchcover reicht aus, um viele Leser zum Kauf zu animieren). Um Zeit auf beiden Seiten zu sparen, ist es oft geschickter, den Verantwortlichen zunächst eine Idee anzubieten und die Texterstellung in Abstimmung mit dem Lektorat vorzunehmen. Das Verkaufen eines Buchkonzeptes erfolgt in mehreren Schritten:

Schritt 1: Entwickeln Sie eine zündende Idee!

Am besten ist natürlich eine völlig neue Buchidee, die zu Ihrem Expertenstatus passt. Für den Fall, dass „Ihr“ Thema schon bekannt und weitreichend in der Literatur ausgewalzt ist: Verleihen Sie Ihrer Idee einen neuen Aspekt. Beispiele: Sie bieten einen Ratgeber für eine spezielle Zielgruppe an, Sie schränken das Thema auf einen Teilbereich ein, der von anderen Autoren noch nicht behandelt wurde oder Sie kombinieren Ihr Thema mit einem anderen, so dass es in neuer Zusammenstellung einzigartig ist.

Schritt 2: Suchen Sie einen passenden Verlag.

Nicht jeder Verlag ist gleichermaßen für Ihr Buchprojekt geeignet. Das Unternehmen sollte folgende Eigenschaften haben:

  • Ihr Thema muss in das Themenspektrum des vorhandenen Angebots passen. Nur so haben Sie eine Chance auf einen Vertrag und können sicher sein, dass der Verlag mit seinem Programm die selbe Zielgruppe wie Sie anspricht.
  • Der Verlag sollte möglichst schon einige Bücher zu verwandten Themen publiziert haben. Dann gestaltet sich die Vermarktung Ihres Buchs einfacher und Sie profitieren ggf. vom Bekanntheitsgrad anderer Autoren dieser Reihe.
  • Einen Hinweis, wie intensiv das Lektorat des favorisierten Verlags mit den Autoren arbeitet, erhalten Sie durch die Sichtung von Büchern, die bereits dort erschienen sind. Ein sprachlich holpriger Schreibstil und viele Rechtschreibfehler in mehreren Büchern anderer Autoren sind ein Indiz dafür, dass die Lektoren ihre Arbeitskraft an anderer Stelle einsetzen. In diesem Fall: besser einen anderen Verlag suchen – oder Sie engagieren selbst eine/n Lektor/in
  • Überprüfen Sie, wie der Verlag seine Bücher und Autoren vermarktet. Je professioneller dies wirkt, desto besser werden sich die Verlagsmitarbeiter auch um Ihr Buch und Sie als Autoren kümmern. Ein Buch, dass in einem Nischenverlag erscheint und das Sie mehr oder weniger selbst an den Mann oder die Frau bringen müssen, nützt Ihnen allenfalls als Sprungbrett zu einem besseren Verlag, der dann Ihr zweites Buch veröffentlicht.

Sind Sie ein „No Name“, richten Sie sich nun auf eine Zeit des Klinkenputzens ein. Die Liste der möglichen Verlage sollte mindestens zehn Adressen umfassen, besser noch mehr.

 Schritt 3: Die erste Kontaktaufnahme

Recherchieren Sie zunächst im Internet, auf welchem Weg Ihre Wunsch-Verlage die Kontaktaufnahme durch neuen Autoren erwünschen. Meistens ist sogar schon der passende Ansprechpartner angegeben: entweder der Lektoratsleiter oder ein Lektor, der das Ressort betreut, in dem Ihr Buch erscheinen würde. Haben Sie keine anders lautenden Angaben gefunden, rufen Sie beim Verlag an und sprechen mit dem für Sie zuständigen Lektor. Schildern Sie ihm kurz Ihre Idee und das Neue daran. Versuchen Sie in diesem Gespräch, durch offene Fragen (W-Fragen) möglichst viel von den Interessen des Verlags herauszufinden und machen Sie sich Notizen. Dann bieten Sie ihm die Zusendung eines Exposés oder einer Ideenskizze an. Besteht grundsätzlich Interesse, wird man diesem Angebot gerne zustimmen. Erfragen Sie, in welcher Form Sie das Exposé schicken sollen: als Word-Datei, als PDF-Datei oder in ausgedruckter Form. Häufig ist es auch so, dass Verlage bereits entsprechende Formulare oder Angaben auf ihrer Website bereithalten, die Sie dann nur noch ausfüllen müssen.

Schritt 4: Das Exposé

Das Exposé ist das entscheidende Medium, in dem Sie Ihre Idee attraktiv präsentieren und den Verlag vom Nutzen eines solchen Buchprojektes überzeugen. Verwenden Sie die Notizen aus dem Telefonat, um schon in Ihrem Exposé auf die Wünsche und Interessen des Verlags einzugehen. Schildern Sie in Ihrem Anschreiben den Grund der Kontaktaufnahme mit gerade diesem Anbieter, Ihre Idee und deren Neuigkeitsaspekt sowie den Nutzen, den der Verlag von der Veröffentlichung eines solchen Buchprojekts hätte. Dann fügen Sie eine Gliederung bzw. ein vorläufiges Inhaltsverzeichnis hinzu mit stichpunktartigen Erläuterungen zu den einzelnen Abschnitten. Lassen Sie in einem Extra-Textabsatz erkennen, dass diese Inhaltsangabe nur vorläufig ist und dass Sie die genauen Inhalte gerne gemeinsam mit dem Verlag festlegen.nAls nächstes folgt ein Textauszug im Umfang von drei bis vier Seiten, der in einem Kapitel des Buchs vorkommen könnte. Die Mitarbeiter möchte sich ein Bild von Ihrem Schreibstil machen und abschätzen, wie viel Arbeit das Lektorat möglicherweise in Ihre Betreuung als Autor stecken muss. Sehr erfreut reagieren die Lektorate, wenn Sie dann noch eine Liste mit bereits vorhandenen Publikationen zu ähnlichen Themen und die Abgrenzung Ihrer Idee davon finden (z. B. in einer übersichtlichen Tabelle). Schicken Sie Ihr Exposé nun personalisiert an alle Verlage, die telefonisch Interesse daran bekundet haben. Achten Sie darauf, Ihren Anschreiben immer eine individuelle Note zu verleihen, indem Sie sich auf Details aus dem voran gegangenen Telefonat beziehen. Falls vorhanden, legen Sie thematisch passende Fachartikel bei, die Sie in den Medien veröffentlicht haben. Damit untermauern Sie Ihre journalistischen Qualitäten.

Schritt 5: Und nun ist Geduld gefragt

Nun benötigen Sie einen langen Atem. Bei manchen Verlagen kann es mehrere Monate dauern, bis Sie eine Reaktion erfahren – einige melden sich kommentarlos überhaupt nicht mehr bei Ihnen. Rufen Sie nach ein paar Wochen sicherheitshalber selbst noch einmal an, um nach den Stand der Dinge zu fragen. Meistens ist es jedoch so, dass das Ausbleiben einer Antwort die Ablehnung des Buchprojekts bedeutet. Hat ein Verlag „angebissen“, wird sich das Lektorat in der Regel von allein mit Ihnen in Verbindung setzen. Entweder werden Sie zu einem persönlichen Gespräch eingeladen oder es geht schon um die Eckdaten des Vertrags.

Tipp: Wenn Sie selbst nicht gut schreiben können oder keine Zeit dafür haben, lohnt sich das Einschalten eines Ghostwriters. (Birgit Lutzer)

Wenn der Change-Feuerwehrmann kommt

16-12-change-feuerwehrDurch die Digitalisierung stehen in fast jeden Betrieb Änderungen auf dem Plan. Doch manchmal wehren sich die Mitarbeiter gegen neue Technologien. Helfen kann z. B. ein REFA-Techniker für Industrial Engineering. An der Schnittstelle zwischen Geschäftsleitung, Führungskräften und Mitarbeitern kann er 4.0-Wandlungsprozesse begleiten und moderieren.

In der Weiterbildung erhält er umfangreiche Fach- und Methodenkompetenz sowie Kenntnisse, Systeme zu analysieren und zu steuern. Doch weitaus mehr gehört zu seinem „Werkzeugkoffer“, wie der langjährige REFA-Lehrbeauftragte Hans-Jochen Wiersbowsky erläutert: „Ein Themen-Modul dreht sich um Führung, Kommunikation und Konfliktmanagement. Dies befähigt die Absolventen dazu, sich in Wort und Schrift auf verschiedene Personen oder Gruppen einzustellen. Sie lernen, konstruktiv mit Widerständen und Auseinandersetzungen umzugehen.“

Bei der Umstellung auf eine neue 4.0-Technologie müssen etwa der Geschäftsführung Nutzen und Funktionsweise der digitalen Lösung sowie daraus resultierende Änderungen der Arbeitsorganisation vermittelt werden. Planer, Maschinenbediener, Logistiker, Betriebsräte und andere sollten die Vor- und Nachteile des neuen Wegs erfahren. Auch die Personalverantwortlichen sind mögliche Gesprächspartner des Industrial Engineers: Er muss sie über die anstehende Änderungen informieren und beraten, damit sie ihre Rekrutierungs- und Qualifizierungsprozesse dran anpassen können.

Im Dialog mit verschiedenen Interessengruppen innerhalb des Unternehmens ist Hintergrundwissen über die Kommunikation zwischen Experten und Laien gefragt. „Wenn ich als Fachmensch mit einem Kollegen auf inhaltlicher Augenhöhe spreche, sind Fachbegriffe üblich und auch gefragt. Ganz anders sieht es aus, wenn ich einem Anwender aus einer anderen Abteilung erklären muss, wie eine neue Technologie zu bedienen ist.“ Im letzten Fall sei das KISS-Prinzip geeignet. Die Abkürzungen stehen für „Keep it short and simple.“ Wiersbowsky: „Kurze Sätze, einfache Wörter und bildhafte Vergleiche machen die Sprache verständlicher für das Gegenüber.“ Wäre unklar, ob der andere Fachkenntnisse habe oder nicht, seien genaues Zuhören sowie Beobachten von Mimik und Gestik gefragt. „In der REFA-IE-Weiterbildung üben wir dies in verschiedenen Szenarien und anhand von Beispielen aus dem Arbeitsalltag.“

Trotzdem gebe es bei Umstellungen zuweilen „Sand im Getriebe“, sagt Wiersbowsky. Um aus hitzigen Diskussionen Dampf herauszunehmen und zwischenmenschliche „Brände“ zu löschen, sei es wichtig, das eigene Gesprächsverhalten und das der anderen zu beobachten. „Viele Menschen setzen Reizwörter und Killerphrasen ein. Darunter versteht man Begriffe und Formulierungen, die negativ aufgeladen sind und die in jedem Fall für schlechte Stimmung sorgen.“ Besser ist nach Auffassung des Lehrers die so genannte „positive Gesprächsführung.“ Darunter versteht man das Wählen von alternativen Begriffen, die neutral oder sogar positiv besetzt sind. Beispiele:

  • Problem – Herausforderung
  • Krise – Aufgabe
  • Kritik – Anregung, Verbesserungsvorschlag

Killerformulierungen dienen Wiersbowsky zufolge dazu, den anderen herabzusetzen und mundtot zu machen. Er nennt ein Beispiel: „Stellen Sie sich nicht so an. Die Software ist so einfach, dass sogar ein Schimpanse damit umgehen kann.“ Selbst wenn der Sprecher so etwas denke, sei es geschickter, sich anders auszudrücken: „Wir können uns das ganze noch einmal zusammen anschauen und Sie nennen mir die Punkte, wo es momentan noch hakt. Ich bin sicher, dass Sie anschließend gut damit klarkommen.“

Die traditionellen Strategien und Methoden von Industrial Engineering und Personalmanagement werden derzeit vom REFA-Institut überprüft und weiterentwickelt. Es geht um die Balance von Produktivität und nachhaltiger Unternehmenskultur, welche die Mitarbeiterorientierung als wichtigen Erfolgsfaktor fördert. (Birgit Lutzer)

Klartext beim Agenturbriefing reden

Ein geflügeltes Wort der Werbebranche lautet: „Ein kreatives Produkt ist so gut wie das Briefing, auf dessen Basis es erstellt wurde.“ Doch welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein, damit die Zusammenarbeit zwischen Agentur und Auftraggeber gut läuft?

Unter dem Motto „Hässlich verkauft sich schlecht“ macht eine Werbeagentur in Stuttgart unter dem Namen „BilekJaeger“ auf ihre Leistungen aufmerksam. Das Team um Geschäftsführer Jörg Abele bietet hochwertige Informationsträger und die Umsetzung kompletter Kampagnen. Doch die entstehen nur in Zusammenwirken mit den Kunden, wie der Agenturchef betont. „Starke Marken schafft man im ersten Schritt nicht mit Grafikdesign, sondern mit starken Inhalten.“ Um diesen Content zusammen mit den Kunden herauszuarbeiten, sei die Kommunikation zwischen Auftraggebern und Kreativen entscheidend. Dabei habe das „Briefing“, also das Formulieren des Auftrags, eine besondere Bedeutung. Abele: „Persönliche Dialoge schaffen Transparenz – das Briefing als Denkanstoß und Ball-Zuspieler lässt sich im direkten, offenen Gespräch zwischen Agentur und Kunde am besten umsetzen.“

Das Briefing sollte alle Informationen enthalten, die der Dienstleister für eine maßgeschneiderte Arbeit benötigt – möglichst in Schriftform. Die beste Kombination besteht in einem mündlichen Gespräch und der Herausgabe von Unterlagen. Die Art und Weise des Projektes bestimmt Inhalt und Verlauf des Zusammentreffens.

Ein Messebauer wird andere Fragen stellen als ein Eventspezialist. Für Kunden kann es sinnvoll sein, sich vorher durch einen Anruf zu informieren, auf welche Fragen sie sich vorbereiten sollen. Damit sich die Agenturvertreter ein genaues Bild vom Unternehmen machen können, sollte das Briefinggespräch möglichst beim Auftraggeber stattfinden.

Typische Fragen an Kunden, wenn es um gedruckte oder digitale Informationsträger geht:

  • Was wollen Sie mit der geplanten Maßnahme erreichen?
  • An welche Zielgruppe richtet sich Ihre Maßnahme? Wie verhält sich diese Zielgruppe bezüglich des gewählten Mediums (zum Beispiel nutzen jüngere Leute das Internet im Durchschnitt mehr als Senioren)?
  • Was möchten Sie mit dem Kommunikationsmedium erreichen? Soll es zum Beispiel eine Imagebroschüre oder eine Produktdarstellung sein? Möchten Sie nur informieren oder auch das Abschließen von Geschäften ermöglichen (zum Beispiel mithilfe eines Webshops)?
  • Wie treten Mitbewerber auf? Was gefällt Ihnen daran und was nicht?
  • Welche Farben sollen verwendet werden?
  • Welche Inhalte möchten Sie übermitteln? Welche Themenpunkte sind Ihnen wichtig?
  • Welcher Sprachstil und welche Schlüsselwörter sollen verwendet werden?
  • Bei Printerzeugnissen: Farbigkeit (für den Druck), Umfang und Auflage
  • Von welchen anderen Maßnahmen soll das Projekt begleitet werden?

Sehr hilfreich ist das das Übergeben bereits vorhandene Printerzeugnisse aus dem Unternehmen an die Agentur-Repräsentanten – eventuell auch ein Corporate-Design-Manual (wenn vorhanden). Beim oder nach dem Briefinggespräch sollten die Verantwortlichen aus der Agentur mitteilen, wann der Kunde mit den ersten Entwürfen rechnen kann. Denn zu einer guten Betreuung gehört eine exakte, nachvollziehbare Terminplanung – insbesondere bei langfristigen Projekten und zeitintensiven Aufträgen. Mit in diesem Plan enthalten sein müssen genaue Angaben, welche Inhalte bis wann geliefert werden müssen (zum Beispiel Fotos, digitalisierte grafische Elemente, Stichpunkte zu Texten …).

Sehr nützlich für die Abstimmung sind Kurzprotokolle zum Projektstand nach wichtigen Besprechungen. Sie werden von der ausführenden Kraft formlos per Mail verschickt und dienen der beiderseitigen Absicherung, dass alle Beteiligten von gleichen Voraussetzungen ausgehen. Kommt es im Verlauf der Auftragsabwicklung zu Differenzen, können die Mitschriften schnell zur Klärung von Verantwortlichkeiten beitragen. Ist ein Inhalt unrichtig aufgeführt, sollten sich die Betroffenen sofort melden. Achtung: Das Versenden von Protokollen ist kein Standard, da viele Kreativdienstleister diesen zeitlichen Zusatzaufwand scheuen. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, ist selbst gefragt. (Birgit Lutzer)

Wer nicht mitklickt, geht

Müssen Firmen oder Stelleninteressierte unbedingt mitziehen, wenn es um Digitalisierung geht? Die Jobmesse in Bielefeld am letzten November-Wochenende bot Besuchern und Ausstellern Gelegenheiten zum Austausch. Dieser fand auch statt am REFA Nordwest-Stand unter der Fragestellung: „Wie wird sich die Arbeit in Firmen verändern – und was müssen Stelleninteressierte tun, um sich in der digitalen Welt zu behaupten?

Lars Pielemeier, Geschäftsführer des REFA-Regionalverbands Ostwestfalen-Lippe stellte an den zwei Messetagen bunt gemischte Stehtisch-Diskussionsrunden zusammen. Neben REFA Nordwest-Experten mit im Boot waren die Fachhochschule der Wirtschaft, die Bundesagentur für Arbeit, die itelligence AG, die Firma Dirk Kremer Consulting und die Unternehmensgruppe LVQ. Klar wurde dabei: Der technische Wandel ist in vollem Lauf – und wer verharrt, bleibt auf der Strecke.

Wie sieht die Zukunft 4.0 aus, die schon Gegenwart ist? Lars Pielemeier, REFA OWL-Geschäftsführer (2. von rechts), lud zur Stehtisch-Diskussion. Von links Moderatorin Dr. Birgit Lutzer, Steffen Raebel, Christian Fraedrich, Prof. Dr. Thomas Jensen und Dirk Kremer. Foto: Jana Kremer.

Wie sieht die Zukunft 4.0 aus, die schon Gegenwart ist? Lars Pielemeier, REFA OWL-Geschäftsführer (2. von rechts), lud zur Stehtisch-Diskussion. Von links Moderatorin Dr. Birgit Lutzer, Steffen Raebel, Christian Fraedrich, Prof. Dr. Thomas Jensen und Dirk Kremer. Foto: Jana Kremer.

Werker steuern Prozesse mit Apps

Christian Fraedrich, REFA-Lehrbeauftragter und European Industrial Engineer, schilderte den technischen Wandel bei einem mittelständischen Gerätehersteller, für den er seit vielen Jahren tätig ist. „Die Fertigung hat sich komplett geändert. Wir haben die Produktion inzwischen auf U-Linie umgestellt. Diese ermöglicht eine verbesserte Kommunikation zwischen den Mitarbeitern und erleichtert die zügige Monate der Geräte.“ In Teilen der Endfertigung werden die Mitarbeiter durch ein webbasierendes Werkerassistenzsystem unterstützt. Er fügt hinzu: „Es gibt weitere Anwendungen für die jeweiligen Arbeitsbereiche, zum Beispiel auch eine App für die Teamleiter und für andere Funktionsträger.“

Es ist fünf nach Zwölf, was eine Digitalisierungsstrategie betrifft

Die itelligence AG wiederum setzt digitale Anforderungen von Kunden in „Softwarelandschaften“ um, wie Recruiter Johannes Kluge am Beispiel mittelständischer Unternehmen erläuterte. „Die Entscheidungsträger in Betrieben sind da manchmal noch skeptisch und halten an dem fest, was jahrelang funktioniert hat.“ Eine digitale Strategie müsse eigentlich schon vor mehreren Jahren entwickelt worden sein. Und spätestens in der Gegenwart sei höchste Dringlichkeit gefragt. „Die Firmenchefs müssen sich ggf. mit externer Unterstützung überlegen, wie sie sich technologisch sowie in Hinsicht auf ihre Mitarbeiter und deren Qualifizierung aufstellen.“

Rund um die Uhr weltweit kommunizieren

Mit der Qualifizierung zukünftiger Arbeitskräfte befasst sich auch die Fachhochschule der Wirtschaft. Der Leiter des FHDW-Campus Bielefeld, Prof. Dr. Thomas Jensen, beleuchtete in seinem Beitrag die zwei Seiten der digitalen Medaille – die Anforderungen des Arbeitsmarktes an Hochschulabsolventen und die Aufstellung der Fachhochschule, was digitale Lehr- und Lernformen anbetrifft. „Unsere Studierenden gehen selbstverständlich mit digitalen Medien um und kommunizieren hauptsächlich über ihre mobilen Endgeräte. Als Hochschule müssen wir Schritt halten.“ Dies geschehe durch zahlreiche neue Vermittlungsformen wie webbasierte Lehrveranstaltungen für berufsbegleitende Masterprogramme. Jensen: „Die können dann auch mal am Abend bis 21:00 Uhr sein, je nachdem, wie die Beteiligten es einrichten möchten.“ Dies entspreche im Übrigen der Globalisierung von Firmen und Märkten. „Die Kommunikation erfolgt digital rund um die Uhr über den ganzen Erdball.“ Dass statt Professoren irgendwann Roboter Vorlesungen durchführen, hält er für möglich. „Doch die müssen dann vorher noch einiges lernen!“, sagte er augenzwinkernd.

Digitalisierung bedeutet lebenslanges Lernen

Das Thema „Digitalisierung und lebenslanges Lernen“ beschäftigt auch Steffen Raebel als Geschäftsführer Operativ der Bundesagentur für Arbeit in Bielefeld. Er sagte: „Digitalisierung bewegt den Arbeitsmarkt bereits: Arbeitsbilder verändern sich zügig, neue Kompetenzen sind gefragt. Die Zeit, sich diese anzueignen, verkürzt sich.“ Dies sei eine Riesenchance für den Einzelnen und bedeute gleichzeitig Verantwortung. „Kontinuierliches, lebenslanges Lernen sowie Flexibilität bilden die Grundlage, um erfolgreich an der Neustrukturierung des Arbeitsmarktes teilzuhaben.“ Auch die Agentur für Arbeit spüre die Digitalisierung in ihren Arbeitsprozessen. Raebel: „Inhaltlich entwickeln wir unsere Beratungsleistung weiter, um unsere Kunden auf den Arbeitsmarkt der Zukunft vorzubereiten. In diesem schafft die Digitalisierung andere Arten von Arbeitsplätzen und fordert gleichzeitig Sozialkompetenzen.“

Generalisten sind gefragt

Die LVQ Weiterbildung gGmbH etwa ist spezialisiert auf die Vermittlung fachspezifischer Themen und anerkannter Abschlüsse aus dem gesetzlich geregelten Bereich. Geschäftsführer Lars Hahn: „Unsere Kernkompetenzen liegen in der Ausbildung von Hard Skills – beispielsweise im Qualitäts- und Umweltmanagement oder im Beauftragtenwesen.“ Doch neben technischem Know-how sieht auch er Managementkompetenzen wie organisatorische und kommunikative Fähigkeiten als bedeutsam an, um sich in der digitalen Arbeitswelt zu behaupten. „Reine Fachchinesen ohne Schnittstellen nach außen sind nicht gefragt“, betonte er.

Bewerber müssen Kommunikations-Schnittstellen nach außen haben

Solche „Fachchinesen“ sitzen manchmal in Vorstellungsgesprächen bei Dirk Kremer. Der Headhunter und Personalberater kümmert sich im Auftrag von Firmen um die Rekrutierung geeigneter Mitarbeiter. „Natürlich müssen die Leute technische Kenntnisse haben und eine gewisse IT-Kompetenz mitbringen, und zwar auch für kaufmännische Berufe.“ Er bestätigte jedoch die Aussagen der anderen Diskussionsteilnehmer, dass weniger Nerds als vielmehr offene Persönlichkeiten mit Überblick gefragt seien.

Wer Prozesse methodisch erfassen kann, ist im Vorteil

Einen Überblick mit Gesamtverständnis vermitteln laut Gastgeber Lars Pielemeier zum Beispiel REFA-Weiterbildungen zum Industrial Engineer oder zum Arbeitsorganisator. „Der REFA-Methodenkoffer enthält viele Instrumente, um Prozesse zu erfassen, Abläufe zu gestalten sowie Menschen und Maschinen zusammenzubringen. So können die anstehende Arbeitsaufgabe erfüllt werden.“ Bei aller Technologie sei es wichtig zu verstehen, dass die Mitarbeiter selbst in automatisierten Bereichen nicht zu ersetzen wären. „Ein digitaler Avatar ist momentan nur sehr schlecht in der Lage, einen unzufriedenen Kunden besänftigen. Die zwischenmenschliche Ebene kann auch zukünftig nicht wegdigitalisiert werden. Gerade in der Welt 4.0 wird sie einen besonderen Stellenwert behalten.“ (Birgit Lutzer)

Reine Lupenschau verhindert Überblick

lupe

Wer nur durch die Lupe blickt, konzentriert sich auf Details. Der große Zusammenhang bleibt im Nebel. Davon sind Firmen-Mitarbeiter betroffen, die nur das wissen, was sie unmittelbar angeht. Hätten Sie den Blick auf das Gesamtgetriebe, könnten Sie ihre Arbeit besser verrichten und Fehler erkennen.

In einem gerade erschienenen REFA-Nordwest-Interviewband sagt Roman Rackwitz, Gründer & Geschäftsführer der Agentur Engaginglab München: „In vielen Firmen wissen viele Mitarbeiter nicht genug, da wird vieles im Unklaren gelassen, und dabei geht dann auch der Spaß an der Sache verloren. Und es gibt ja tausend Gründe, warum Unternehmen Angst vor Transparenz haben.“

Schäden durch „Business-Firewalls“ und Teilwissen

Der Psychologe Dr. Dennis Brodbeck bezeichnete solche weit verbreiteten Verhaltensstrukturen in einem Messe-Vortrag auf der „Personal 2012″ als „Business-Firewall“. Brodbeck erläuterte, welche Befürchtungen möglicherweise dahinter steckten: „Andere Menschen könnten mitbekommen, was Ihnen wirklich wichtig ist, wo Sie verletzbar sind oder auch, was Sie eigentlich wirklich wollen.“ Leider wirkten Verschlossenheit und Zurückhaltung oft wenig sympathisch. Transparenz schaffe Sicherheit und sorge für die Bildung von Vertrauen – sowohl bei eigenen Mitarbeitern als auch bei Kunden. „Marketingmäßig gestylte Botschaften werden mit Professionalität verwechselt, obwohl niemand sie hören will“, betonte der Führungsexperte. Er riet dazu, sich mehr „in die Karten schauen zu lassen.“ Wie sich Intransparenz im Bereich der Produktion auswirken kann, beschreibt die REFA-Lehre.

In Industrieunternehmen sind Mitarbeiter häufig in Teilabläufe integriert, ohne zu wissen, was vor oder nach Ihnen geschieht. Fehler oder auch unsinnige Tätigkeiten werden nicht erkannt. Wird hingegen der Gesamtprozess transparent gemacht, verstehen die Mitarbeiter die einzelnen Schritte und ihren Zusammenhang besser. Sie können effektiver arbeiten, Fehler erkennen und Ideen für Verbesserungen entwickeln. Zwei Handlungsfelder stehen also im Fokus: erstens eine Ablaufanalyse und zweitens die Kommunikation darüber mit den Beschäftigten, um sie mehr „ins Boot“ zu holen.

Erst Analysieren, dann Kommunizieren

Die Ablauforganisation regelt das räumliche und zeitliche Zusammenwirken von Menschen, Betriebs- bzw. Arbeitsmitteln und die Erfüllung von Arbeitsaufgaben. Bei der Analyse geht es um die Darstellung und Bewertung von Prozessen oder Arbeitsabläufen in Wertschöpfungsketten, einzelnen Geschäftsfeldern oder im Gesamtunternehmen. Auf einen Blick:

  • Systematische Untersuchung des Zusammenwirkens der beteiligten Personen, Betriebs- und Arbeitsmittel zur Erfüllung von Kundenaufträgen
  • Gliederung des Auftragsdurchlaufs in Prozesselemente (Aufgaben, Vorgänge etc.)
  • Grafische Darstellung

Für aussagekräftige Ergebnisse sollten Prozesse und Abläufe ausgewählt werden, die repräsentativ sind in Hinsicht auf die erforderlichen Zeiten, die verwendeten Betriebs- und Hilfsmittel sowie die Qualifikation der Beteiligten. Auch Liege- und Wartezeiten müssen betrachtet werden. Im Arbeitsablauf wird erfasst, wer was wo (Abteilung, Prozess, Arbeitsplatz …) in welcher zeitlichen Abfolge mit welchen (Betriebs-)Mitteln zur Erfüllung von Kundenaufträgen beisteuert. Hilfreich kann eine Tabelle wie die folgende gekürzte sein (hier am Beispiel „Metallverarbeitung“):

Lfd. Nr. Arbeitsschritt Bearbeiten Transport Lagern Prüfen Verzögerung Zeitaufwand min
01 Material bereitstellen X 15,0
02 Mat. vereinzeln und nachmessen X 650,0
03 Biegen X 25,0
04 Winkel prüfen X 38,0
05 Winkel auf Palette legen + warten X 150,0
06 Transport zum Bohren X 350,0
07 Vor Bohrmaschine abstellen, warten X 150,0
.

.

.

(weitere aus Platzgründen nicht aufgeführte Positionen) .

.

.

19 Abtransport X 38,0
 

 

 

Summe

 

4 X

 

5 X

 

0 X

 

3 X

 

7 X

 

2.425,0

Quelle: vgl. REFA-Fachbuchreihe Unternehmensentwicklung, Industrial Engineering, Darmstadt 2011, S. 124 – 126.

Durch Addieren der Kreuzchen und der Zeit springen die Mängel ins Auge. Je höher die Zahl der Kreuze in der Spalte „Verzögerungen“ ist, desto mehr muss an diesem Punkt mit der Ablaufoptimierung angesetzt werden. Im weiteren Fokus steht dann jedoch die Kommunikation, um Mitarbeiter zu Mitwissern und Beteiligten zu machen. Ein wichtiger Nebeneffekt liegt darin, dass deren Arbeitsmotivation dadurch in der Regel steigt.

Wer sagt was wie zu wem?

Es kommt bei diesem Kommunikationsprozess darauf an, die Leute regelmäßig und gezielt mit Details zu vorsorgen, statt sie wahllos mit Inhalten zu überkübeln. Nur so können gute Arbeitsergebnisse sichergestellt werden. Folgende Leitfragen haben sich dabei bewährt:

Empfänger-Auswahl

  • Welcher Mitarbeiter benötigt wann welche Information?
  • Was sind Dinge, die die Abteilung oder das Team wissen muss?
  • Welche Informationen müssen an die gesamte Belegschaft übermittelt werden?

Informationsaufbereitung

  • Sind die Empfänger Laien oder Experten? Beispiel: Die Chef-Buchhalterin muss sich nicht unbedingt im Detail mit Produktionsabläufen auskennen.
  • In welchem Sprachstil und mit welchen Ergänzungen (z. B. Visualisierungen) sollen die Inhalte angepasst an die jeweiligen Empfängerkreise aufbereitet werden?

Übermittlungskanal

  • Welche Inhalte sollen im persönlichen Gespräch oder während eines Meetings übermittelt werden?
  • Für welche Art von Informationen eigenen sich E-Mails, Nachrichten im Intranet, Memos oder Berichte?
  • Was gehört an Aushänge oder soll z. B. durch eine Videobotschaft auf dem Flur oder anderen Räumlichkeiten kommuniziert werden?
  • Für welche Inhalte ist die Betriebszeitung das richtige Medium?
  • Wer sollte jeweils der Kommunikator sein?

(Gunnar Grimm und Hans-Walter Zimmermann)

Über die Autoren:

Gunnar Grimm

grimm-miniDer Vorsitzende und Ausbildungsleiter des REFA Bezirksverbandes Hamburg ist REFA-Lehrer. Hauptberuflich engagiert er sich als Projektleiter im Bereich Arbeitsstudien & Prämiensysteme für die Hermes Fulfilment GmbH. Dort führt er unter anderen Zeitstudien und Ablaufanalysen durch. Auf Basis der Ergebnisse entwickelt er Optimierungsmaßnahmen. Außerdem bringt er seine Innovationskraft in ein Mitwirken beim Betrieblichem Vorschlagswesen ein.

 

Hans-Walter Zimmermann

zimmermann-miniEr ist zweiter Vorsitzender und Vertriebsbeauftragter des REFA Bezirksverbandes Hamburg. In diese verantwortungsvollen Aufgaben bringt er langjährige Erfahrung in den Bereichen der Planung und Steuerung ein. Darüber hinaus kümmert sich der„Zahlenfuchs“ um Angebotskalkulationen und Preisgestaltung. Als Projektleiter ist er für Sonderaufgaben zuständig und konzernbergreifend im In- und Ausland tätig.

 

 

Kontakt:

REFA Nordwest e. V.
Bezirksverband Hamburg
Campus BFW
Haus E
August-Krogmann-Straße 52
22159 Hamburg

Telefon: (0 40) 24 37 23
Telefax: (040) 28 00 47 81
E-Mail: 

Brücken zwischen Ländern bauen: Online-Weiterbildung Türkisch-Übersetzer/in

dozentDamit die Kommunikation zwischen Türken und Deutschen besser gelingt, sind Personen mit Kenntnissen beider Sprachen gefragt. Die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln bietet seit Oktober 2016 eine Online-Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer für Türkisch an. Im virtuellen Klassenzimmer lernen die Teilnehmenden alle Techniken des Übersetzens vom Türkischen ins Deutsche und andersherum.

Jeden Abend und am Samstag-Vormittags treffen sie sich mit ihrem Dozenten zum virtuellen-Unterricht auf der schuleigenen Online-Plattform. Nach einem Jahr legen sie die Prüfung zum staatlich geprüften Übersetzer für die türkische Sprache ab. Zur Lerngruppe gehören Teilnehmer im Alter von 26 bis 63 Jahren, deren beruflicher Hintergrund ganz unterschiedlich ist. Mit dabei sind Studierende, Absolventen, ein Ingenieur, eine studierte Betriebswirtin, eine Rechtsanwaltsgehilfin, eine Hausfrau, Fremdsprachenassistenten und eine Integrationskursleiterin. Mit großem Enthusiasmus bereiten sie sich in der Online-Gruppe auf ihren neuen Beruf vor. Mit der Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer möchten sie einen Meilenstein für ihre berufliche Zukunft in internationalen Unternehmen, Behörden mit Auslandskontakten setzen oder als freiberufliche Übersetzer tätig werden.

Der Computer-Ingenieur Sefik Özdemir (60) aus Stuttgart und Alanya ist einer der älteren Teilnehmer. Er möchte sich ein neues Standbein als Übersetzer aufbauen. Er hat viel Freude am Übersetzen. „Ich finde es klasse, dass ich mich bequem von zu Hause – meist im türkischen Alanya – in einer netten Lerngruppe beruflich fortbilden kann“, sagt Sefik Özdemir. Schließlich bliebe dann noch genügend Zeit, das gute Wetter in der Türkei zu genießen, online am Unterricht teilzunehmen und auch die Haus- und Übungsaufgaben gewissenhaft zu machen.

Duygu Türkeş aus Fulda arbeitet als Assistentin in einem internationalen Unternehmen. Sie hat einen Bachelor-Abschluss in Wirtschaftswissenschaften erlangt und ist zweisprachig aufgewachsen. „Deshalb bezeichne ich sowohl Deutsch als auch Türkisch als meine Muttersprachen“, sagt die 26-jährige. Als Zweisprachige möchte sie mit dem staatlichen Abschluss ihre Karriereaussichten verbessern.

„Obwohl nicht alle Kursteilnehmer in Deutschland leben, haben die meisten die deutsche Staatsangehörigkeit“, weiß Schulleiter Dr. Jerry Neeb-Crippen zur berichten. Die eine Hälfte gebe als Muttersprache Türkisch an, die andere Hälfte Deutsch. „Sie alle schätzen unser Lernangebot, weil es eine Alternative zum herkömmlichen Fernstudium darstellt. So verschicken wir beispielsweise keine Studienbriefe oder Bücher. Das gesamte Unterrichtsmaterial befindet sich auf unserer Online-Plattform, wo die Studierenden in der Gruppe das Übersetzen meist anhand von aktuellen Zeitungsartikeln lernen“, sagt Dr. Neeb-Crippen. Aufgefallen ist dem Schulleiter, dass die Türkisch-Kursteilnehmer im Gegensatz zu anderen Online-Sprachgruppen vor ihrer Anmeldung genau wissen möchten, wie gut ihre Dozenten qualifiziert sind. „Wie auch in unseren anderen Online-Kursen für Englisch, Arabisch, Russisch, Spanisch oder Französisch unterrichten nur ausgebildete muttersprachliche Lehrkräfte und führen die Teilnehmer zum Abschluss als staatlich geprüfter Übersetzer“.

Yasemin Özkaya (42) ist zurzeit Hausfrau. Sie hat 2009 ihr Abitur im Abendgymnasium gemacht. „Ich finde es sehr verlockend, in einem Online-Kurs von zu Hause aus einen Beruf zu erlernen“, sagt die Dortmunderin. „Den Unterricht mit Live-Übertragungen empfinde ich als sehr gut und persönlich. Man hat eine direkte Bezugsperson, die einen beim Lernen unterstützt.“ Frau Özkaya möchte nach ihrem Abschluss als Übersetzerin vor allem von zu Hause arbeiten.

Alle Online-Lehrgänge starten an der Übersetzer- und Dolmetscherschule jeweils zum ersten eines Monats. Das Abitur wird nicht verlangt, aber sehr gute Kenntnisse der gewählten Fremdsprache und die ausgezeichnete Beherrschung der deutschen Sprache. Die Übersetzerschule spricht vor allem Berufstätige und Studierende an, die sich zusätzlich qualifizieren möchten oder eine berufliche Neuorientierung suchen.

Der Unterricht findet live im Internet statt. Die Teilnehmer benötigen einen PC oder ein Tablet und eine stabile Internetverbindung, um auf der Adobe Connect-Plattform im E-Learning miteinander zu kommunizieren. Die monatlichen Gebühren betragen 295 Euro. Sie beinhalten unterrichtsbezogenes Material und die persönliche Dozentenbetreuung. Vor dem Kursstart überprüft die Schule die Sprachkenntnisse in einem Aufnahmesprachtest.

Am 13. Dezember 2016 um 19 Uhr findet ein Online-Informationsabend statt. Weitere Information auf der Homepage www.dolmetscherschule-koeln.de und telefonisch oder per Mail bei der Übersetzer- und Dolmetscherschule, Weißhausstraße 24, 50939 Köln, Telefon: 0221 22 20 60 83, E-Mail kontakt@dolmetscherschule-koeln.de.

Über die Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln

Sie gehört zum RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln, das seit über 40 Jahren im Bereich Ausbildung und Studium tätig ist. Seit 2010 bietet die Übersetzer- und Dolmetscherschule die Ausbildung zum geprüften Fremdsprachenkorrespondenten (IHK) und die Ausbildung zum staatlich geprüften Übersetzer/Dolmetscher an. Seit Herbst 2015 ermöglicht die Schule auch im Online-Lehrgang den Weg zum anerkannten Übersetzerabschluss in verschiedenen Sprachen. Die Schule ist zertifizierter Kooperationspartner der Agentur für Arbeit. (Beatrix Polgar-Stüwe)

Kontakt:

Übersetzer- und Dolmetscherschule Köln, RBZ Rheinisches Bildungszentrum Köln gGmbH, Weißhausstraße 24, 50939 Köln, Tel.: 0221 22 20 60 83

Spamfilter im Hirn: Innovationspreis für Rominger

Dass auch aus einem kleinen, Schweizerischen Dorf namens Edlibach Großes hervorgehen kann, zeigte sich am vergangenen Dienstag: Der Kunststofftechniker Lars Rominger wurde im Pfarreizentrum der Gemeinde Menzingen vom Verband IDEE-SUISSE als „Innovativster Unternehmer 2016“ ausgezeichnet.

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Preisträger Lars Rominger (Mitte). Von links Peter Dittli, Patrick Semadeni, Tony Mehr, Joëlle Guldin, Peter Hegglin, Dr. Olaf J. Böhme, Thomas Brändle.

Rund 50 Gäste aus Politik, Wirtschaft und dem privaten Umfeld des Preisträgers fanden zusammen, um mehr über den „Daniel Düsentrieb von Edlibach“ zu erfahren.IDEE-SUISSE-Präsident Dr. Olaf J. Böhme moderierte den Festakt. Bei seiner Rede bezog er sich auf ein Zitat von Mark Twain: „Menschen mit einer neuen Idee gelten so lange als Spinner, bis sich die Sache durchgesetzt hat. Lars Rominger ist der lebendige Beweis dafür.“ Wohl wahr, denn zu den bekannten Erfindungen des 50-Jährigen gehören ein Gerät zur Weinveredelung, eine Liebes-App für das Handy, ein Laborkoffer oder auch ein belastbarer Kunststoff-Büstenhalter für Frauen mit großer Oberweite. Der ausgezeichnete Chemie-Diplomingenieur selbst lüftete auf der Veranstaltung das Geheimnis seiner Kreativität. Die einseitige Konzentration auf Zahlen, Daten und Fakten fördere keineswegs das Sprudeln origineller Einfälle.

ausz-02-mini „Die wahre Inspiration kommt von der rechten Hirnhälfte. Hier herrschen Emotionen, Fantasie und Chaos“, sagte er. Für die Entwicklung von Schaffenskraft komme es darauf an, beide Anteile in Einklang zu bringen. „Ein kreativer Mensch hat einen wirkungsvollen Spam-Filter im Kopf, der ihm hilft, das Chaos zu strukturieren.“ Mit zwei Weingläsern und einer Weinflasche demonstrierte er die Wirkungsweise des korkenförmigen „Barriqueur“, der „nachgewiesen denselben Effekt auf Wein hat wie jahrelanges Einlagern in Eichenfässern.“

Zunächst jedoch erfolgten zwei Grussworte aus der Politik durch den Menzinger Gemeindepräsidenten Peter Dittli und Ständerat Peter Hegglin aus Edlibach. Dittli zeigte an Beispielen, dass in Menzingen die nötige Infrastruktur für Erfinder bietet: „Zwei wichtige Faktoren sind die Wirtschaftsförderung und die Schulraumplanung.“ Hegglin betonte, mit Käseverkäufen allein komme die Schweiz nicht weiter: „Bildung ist unser wichtigster Rohstoff!“

Patrick Semadeni, Chef der Semadeni Plastics Group sowie Vizepräsident von Swiss Plastics und Geschäftsfreund Romingers, rückte dessen Erfindungen in den Vordergrund seines Beitrags. „Der Laborkoffer hat schon vielen Qualitätsbeauftragten sehr genützt.“ Die guten Ideen seines Kooperationspartners führte er unter anderem auf dessen Wohnsitz zurück: „Er hat von Edlibach aus eine klare Aussicht, während wir in der Nähe von Bern noch im Nebel hocken.“

Schriftsteller Thomas Brändle, alt Kantonsrat und Laudator, trug mit einem unkonventionellen Vorschlag zur Unterhaltung bei. Er empfahl den Anwesenden, sich sofort die Romingers Partnerfinde-App „Love-Finder“ auf die Mobiltelefone herunter zu laden: „So ergibt sich die realistische Chance, noch am heutigen Abend die Liebe Ihres Lebens zu finden. Es sei denn, Sie sind schon verheiratet!“

Dass Lars Rominger durch seine skurrilen Erfindungen auch ohne viel eigenes Zutun inzwischen ein grosses Medienecho hervorruft, wurde durch die Ausführungen von Birgit Lutzer deutlich. Sie beantwortet für ihn Journalistenanfragen. Lutzer: „Besonders interessiert waren männliche Medienvertreter am Kunststoff-BH. Ein technisches Fachmagazin etwa veröffentlichte darüber einen Beitrag, der durch ein reisserisches Busen-Foto zu hohen Klickraten auf der Website führte.“

Ebenfalls zu Wort kamen Tony Mehr und Joëlle Guldin von der Mänziger Zytig. Mehr, früher Romingers Sekundarlehrer, eröffnete: „Der kleine Lars kam mit einem schweren Militärfahrrad zur Schule, das ihm sein Vater zu Trainingszwecken gekauft hatte.“ Redaktor-Kollegin Guldin verriet ein anderes privates Detail über den Familienvater mit drei erwachsenen Töchtern: „Er beschwerte sich bei mir einmal über die vielen Shampoo- und Haarpflegemittelflaschen im Badezimmer.“ Sie appellierte an den Hahn im Korb: „Erfinde doch einfach eine Lösung – eine einzige Kunststoffflasche für alles.“ (Birgit Lutzer)

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